Schuldnerberatung der Diakonie sieht steigendes Überschuldungsrisiko durch Inflation

Eine weiter steigende Nachfrage nach Schuldnerberatung sieht die Schuldnerberatung der Diakonie in Krefeld als Folge der Inflation. „Das Überschuldungsrisiko steigt“, sagt Eva Hagmans zum Beginn der Aktionswoche Schuldnerberatung der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) am 12. Juni.

„Viele Menschen machen sich große Sorgen und sind verunsichert, wie sie die Zukunft bewältigen können. Das erleben wir tagtäglich in unserer Schuldnerberatung. So hat die Schuldnerberatung der Diakonie allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits 450 Menschen zum ersten Mal beraten und 290 Bescheinigungen für ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) ausgestellt. Insgesamt haben 2022 1542 Personen aus Krefeld die Schuldnerberatung der Diakonie Krefeld & Viersen in Anspruch genommen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von knapp 20%, bei den neuen Beratungen sogar eine Steigerung um 26%.

„Das Motto der Aktionswoche Schuldnerberatung: Was können wir uns noch leisten? – Überschuldungsrisiko Inflation gibt die Stimmung klar wieder“, sagt Eva Hagmans. Es sei deutlich zu spüren, dass die meisten Lebensmittel, Energie, Mieten und andere Dinge teurer geworden sind. „Haushalte mit knappem Einkommen trifft es besonders hart“. Nicht wenige Haushalte müssten bereits mehr als ein Drittel ihres Einkommens allein für den Wohnraum ausgeben. Umso schwieriger ist es dann, die gestiegenen Energiekosten und die deutlich teureren Lebenshaltungskosten zu stemmen.

„Als eine der gemeinnützigen Schuldnerberatungen ist es uns ein Anliegen, in der Diskussion über Inflation und ihre Folgen die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, die aufgrund ihrer Einkommenssituation besonders von der Inflation betroffen sind“, sagt Ludger Firneburg, Geschäftsführer der Diakonie. „Daher unterstützen wir die Forderungen der AG SBV zur Aktionswoche Schuldnerberatung auf einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung.“ Das sei angesichts des deutlich wachsenden Beratungsbedarfs dringend notwendig.

Eva Hagmans weist darauf hin, dass aufgrund der steigenden Zinsen Kredite deutlich teurer würden. „Auch der ohnehin schon teure Dispokredit wird noch kostspieliger. Aber gerade Haushalte mit knappem Einkommen müssen diesen viel häufiger nutzen.“

Anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung lädt die Diakonie Krefeld & Viersen am Donnerstag, den 15.06.2023 von 10:00 – 12:00 Uhr zu einem Vormittag der Informationen und Aktionen sowie einer Ausstellung in den Kirchenladen auf dem Ostwall 126 in Krefeld ein.

Das Forderungspapier der AG SBV zur Aktionswoche Schuldnerberatung 2023 findet sich im Internet unter: www.aktionswoche-schuldnerberatung.de